Mariä Aufnahme in den Himmel 15.08.2026 Lesejahr A

„Ja, selig sind vielmehr, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ (Lk 11,28)

„Das Herz der allerseligsten Jungfrau ist die Quelle, aus der Er sein Blut genommen hat, das uns erlöste.“ °Pfr. von Ars


Welche Freude! Maria ist am Ziel ihres Lebens - bei Gott! Sie wurde von Gott in den Himmel erhoben, von Ihm hinaufgetragen. Gottes Arm hat dies vollbracht, aber nicht ohne ihre Mitwirkung. Ohne sie wäre Jesus nicht Mensch geworden. Sie ist gleichsam die Quelle, aus der Jesus Sein Blut zu unserer Erlösung genommen hat, wie der Heilige Pfarrer sagt.
Vianney sprach über den Himmel, als ob er darin wohnen würde, war die Überzeugung der Gläubigen. So hatte er offensichtlich auch eine innere Schau über die Leiden Mariens. Er war der Überzeugung, dass sie alle Qualen, die ihr göttlicher Sohn bis zum Tod erleiden musste, im Voraus kennengelernt hat.
Wie in einer Vision deutet Vianney dies aus: „Jedes Mal, wenn sie Seine anbetungswürdigen Füße oder Hände berührte, sagte sie sich insgeheim: Ach! Diese Füße und diese Hände, dreißig Jahre lang nur damit beschäftigt, Gnaden und Segen zu bringen, werden eines Tages durchbohrt und an ein schändliches Holz genagelt werden; diese Augen voll Liebe werden mit ekelhaftem Speichel bedeckt sein, Sein Gesicht, viel schöner als der Himmel, wird eines Tages von Schlägen… ganz zerschunden sein. Sein ganzer Körper muss gegeißelt werden mit so viel Grausamkeit, sodass es fast unmöglich ist, Ihn als einen Menschen zu erkennen. Dieser Kopf, ganz vor Glorie strahlend, wird von einer grausamen Dornenkrone durchbohrt sein… Er wird am Baum des Kreuzes ausgestreckt sein, ich werde das Annageln hören, ohne Ihm helfen zu können. O, unaussprechlicher Schmerz!!“°²
So sah Vianney, wie Maria Gottes Wort gehört und befolgt hat - im Mitleiden ihr ganzes Leben lang.
Kann uns das, was für uns so ganz fremdartig klingt, auch etwas sagen? Christus leidet in Seinem Leibe, in Seiner Kirche, in jedem Seiner Glieder, auch in mir bis heute weiter. Leiden wir mit Ihm, wenn Menschen die Kirche verlassen, ihre Füße andere Wege gehen oder auch wenn wir nicht mehr in Seiner Spur sind? Leiden wir, wenn Hände Menschen schlagen, statt Hilfe zu bringen oder wenn wir selbst Hilfe verweigern?
Leiden wir, wenn die Kirche erneut durch ein Schisma zerrissen wird? Denn Christus selbst wird darin erneut zerbrochen. Schauen wir aber immer auch auf uns selbst. Wo haben wir den Weg der Nachfolge Jesu verlassen, sodass andere Seine Botschaft nicht mehr wahrnehmen können?
Mit allen Gliedern wird Jesus auch heute verletzt. Oft sind wir ohnmächtig wie Maria unter dem Kreuz. Bleiben wir mit dem Heiligen Pfarrer an ihrer Seite stehen, wenn Menschen in unserer Umgebung leiden. Harren wir auch am Fuße des eigenen Kreuzes mit Maria aus. Vertrauen wir mit Maria, dass der Herr auch im tiefsten Leid Wege des Heiles kennt, selbst wenn sie uns verborgen sind. In der Seele ist auch dann noch das Licht zu erahnen.
Im Nachhinein können wir manchmal die Gnaden sehen, die uns in schweren Zeiten geschenkt worden sind.
Der Heilige Pfarrer hat sein ganzes Leben gelitten und doch konnte er auch immer wieder die Freuden des Himmels schon hier erfahren. Dieser Weg ist nicht nur schmerzvoll, sondern immer wieder auch hoffnungsvoll und strahlend. Maria wird auf diesem Weg uns nie verlassen. An ihrem heutigen Fest dürfen wir etwas von der Freude, die uns erwartet, erahnen und voll Jubel mit Maria den Herrn preisen. Denn auch an uns tut Er Großes.
12.07.2026 ih
°Aus: Jean-Marie Vianney Pfarrer von Ars, hrsg. Bernard Nodet, 1959, S.307
°² René Fourrey, Le Curé d’Ars et la Vierge Marie, hrsg 2006, S.61f, übersetzt ih