Dreifaltigkeitssonntag 31.05.2026 Lesejahr A

„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Joh 3,16

„O meine Kinder, wie gut ist Gott! Welche Liebe hatte er zu uns und hat sie noch! Wir werden sie erst in der Ewigkeit verstehen.“ °Pfr. von Ars

 

Dreifaltigkeit - ein unbegreifliches Geheimnis, das uns vor die Entscheidung stellt, es anzunehmen oder abzulehnen. Annehmen können wir dieses Mysterium nur in einer Entscheidung für den Glauben. „Glaube aber ist: Grundlage dessen, was man erhofft, ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht.“ So heißt es im Hebräerbrief (Hebr 11,1). Hier führt der Verfasser auch aus, welche Konsequenzen der Glaube hat und verweist auf die Vielen im Alten Testament, die alles auf sich genommen haben, auch einen furchtbaren Märtyrertod, um das Verheißene zu erlangen, was ihnen jedoch nicht gelungen ist; „denn sie sollten nicht ohne uns vollendet werden (Hebr 11,40)“.
Dem Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit können wir uns nur an in der Anbetung nähern und uns mitreißen lassen vom Glauben derer, die ihr ganzes Leben dafür hingegeben haben.
Der Pfarrer von Ars spricht in seiner ganzen Existenz von einem lebendigen Glauben an den dreifaltigen Gott. Er hatte immer ein Bild der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in seinem Brevier. Während der damals noch weit verbreitete Jansenismus nur einen strengen Gott kannte, sodass es fast unmöglich war, den Himmel zu erreichen, hat Vianney im Laufe seines priesterlichen Dienstes immer mehr die unendliche Barmherzigkeit und Liebe Gottes erfahren und verkündet. Diese Neuausrichtung war eines der Geheimnisse, die die Menschen in Scharen nach Ars zog und zur Umkehr führte.
Er selbst hatte einen ganz kindlichen Glauben voller Vertrauen. Als man ihn fragte, was denn der Glaube sei, antwortete er: „Der Glaube, das ist wenn man zu Gott wie zu einem Menschen spricht.“ „Man muss nicht so viel sprechen, um gut zu beten. Man weiß, dass der gute Gott dort im Tabernakel ist; man öffnet ihm sein Herz, man gibt sich zufrieden in seiner heiligen Gegenwart: das ist das beste der Gebete.“ °²
Ein ganzes Leben lang hat Vianney an äußeren und inneren Anfechtungen und Schmerzen gelitten, aber dabei immer an der Grundüberzeugung festgehalten, dass Gott gut ist. Es war eigentlich kein Festhalten. Der Glaube an den Guten Gott durchfloss ihn vielmehr gleichsam durch alle Fasern. Dieser Glaube zog andere Menschen, die nicht mehr glauben konnten oder wollten, mit großer Intensität an, sodass sie ebenfalls von der Güte Gottes berührt werden konnten.
So offenbart sich etwas vom Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Gott hat die Welt geliebt und in dieser Liebe, die der Heilige Geist ist, Seinen einzigen Sohn hingegeben, um uns in Seine Liebe zu ziehen. So wie das Kreuz der Weg zur Erlösung war, so sieht Vianney auch jedes Leiden als Teilnahme an der Liebe Gottes zu den Menschen an, um mitzuwirken am Heil anderer.
Der Heilige Pfarrer möge uns heute an diesem Hochfest helfen, uns neu für den Glauben an den Guten Gott zu entscheiden, der uns nur das Gute geben will, auch dann wenn wir leiden müssen und es nicht mehr verstehen.
28.04.2026 ih
Aus: Jean-Marie Vianney Pfarrer von Ars, hrsg. Bernard Nodet, 1959, S.72
°² Joseph Vianey, Le Bienheureux Curé d’Ars, 1923, S. übersetzt ih