„Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern Jesu auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, dass sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.“ Lk 24,13f
„O mein Gott, wie schön muss es im Himmel sein, da der Umgang mit den Heiligen schon hier auf Erden so angenehm ist, und die Unterhaltung mit ihnen so viel Freude und Seligkeit gewährt!“ °Pfr. von Ars
„Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden,“ jubelt die Ostkirche in dieser österlichen Zeit unzählige Male ohne zu ermüden, während die Westkirche im Halleluja die unbegrenzte Freude über die Auferstehung ausdrückt. Und doch weichen so viele dem Osterfest durch Reisen in weit entfernte Länder oder andere Events aus. Warum ist es so schwer, sich von der Osterfreude ergreifen zu lassen? Es geht doch bei diesem Fest um alles, um unser Leben in der Ewigkeit!
Auch die Jünger waren zunächst einmal fassungslos vor den Erlebnissen des Karfreitags und den Mitteilungen der Frauen am Grab über die Botschaft der Auferstehung.
Jesus hatte anfangs die Jünger zu zweit vor sich her in alle Städte und Ortschaften gesandt, um selbst den Menschen das Reich Gottes bringen zu können (Lk 10,1ff). Der Herr hatte ihnen jegliche menschliche Absicherung untersagt. Sie wurden wie Schafe unter die Wölfe ohne jeglichen Vorrat geschickt. So erfuhren sie die Macht des Herrn über die Dämonen und wurden mit großer Freude erfüllt.
Vielleicht in Erinnerung an den Auftrag des Herrn machten sich die Jünger zu zweit auf den Weg nach Emmaus. Zu zweit konnten sie sich unterwegs all ihre Not und Fragen mitteilen. Aber genau diesen Austausch segnet der Herr, in dem unerkannt mit ihnen geht. Nur ein einziges Mal stellt Kleopas allein eine Frage. Sonst aber wird von ihnen immer in der Wir-Form berichtet. Sie erzählen das gleiche, fragen das gleiche, erbitten das gleiche: Bleibe bei uns! Und sie empfinden das gleiche, das Brennen des Herzens bei den Worten des Herrn. So konnte der Herr ihre Augen beim Brechen des Brotes auftun, so wie er den Blindgeborenen heilen konnte, wie wir am vierten Fastensonntag gehört haben (Joh 9,1-41).
Ist das nicht auch eine Einladung an uns, zu zweit oder dritt unterwegs zu sein, miteinander über die Glaubensgeheimnisse zu sprechen, gerade dann, wenn wir Fragen verschiedenster Art haben? Wir müssen keine Lösungen parat haben, sondern einfach fragend in der Gegenwart des Herrn miteinander sein. Der Herr hat versprochen: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ ( Mt 18,20). In Seinem Namen beieinander sein, schenkt uns das Licht des Glaubens, führt zur Auferstehung hin. Das Gebet in Gemeinschaft erhört der Vater.
Gott ist Dreifaltigkeit. Wenn wir miteinander im Namen Jesu sind, dürfen wir schon jetzt am Leben des dreieinigen Gottes teilnehmen. So leuchtet das Licht der Auferstehung auch heute in unsere Welt.
Der Pfarrer von Ars wäre am liebsten immer allein mit dem Herrn bei den Trappisten gewesen, was ihm der Herr nie gewährt hat. Aber im Gespräch mit seinen Missionaren hat er den Himmel schon hier erahnt und erfahren.
Lassen wir uns vom Vorbild der Emmaus-Jünger und dem Pfarrer von Ars anstecken und suchen wir miteinander in Gegenwart des Herrn das Gespräch und das gemeinsame Gebet, damit wir immer tiefer die Auferstehung ersehnen und erahnen.
16.03.2025 ih
°Aus: Alfred Monnin, Leben des im Jahre 1859 im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Pfarrers von Ars, Joh. Bapt. Maria Vianney, 2. Bd. 1863, S.362
