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Geistliche Impulse                               

 

                

                  Bronzerelief am Priestersitz in der Basilika von Ars

 

 

 


 

Ein erfolgreiches geistliches Leben?

In den Sprüchen der Wüstenväter heißt es: Abba Poemen sagte zu Abba Johannes, dem Zwerg: Die Heiligen sind wie eine Baumgruppe: Jeder trägt andere Früchte, jedoch beziehen alle ihr Wasser aus derselben Quelle. Die Gepflogenheiten des einen Heiligen unterscheiden sich von denen des anderen, und doch ist es der gleiche Geist, der in einem jeden wirkt.

Um heilig zu werden muss ich also nicht die gleiche Strenge in der Ernährung an den Tag legen wie der hl. Pfarrer von Ars, muss nicht eine so große Menge an Beichtwilligen empfangen wie er, muss nicht in seinem Stil predigen. Wie erleichternd – auf den ersten Blick! Ich muss mich nicht messen mit anderen Christen, heilig gesprochenen oder jetzt lebenden, muss nicht deren Methoden kopieren, neidisch sein auf deren Erfolge: Der Nachbarpfarrer hat drei Prozent mehr Kirchenbesuch, oder: Die fünf Kinder von Familie X sind ruhiger im Gottesdienst als unsere beiden, oder: …

Mir ist aber auch eine beliebte „Ausrede“ genommen: heilig? Das kann ich doch nicht.
Denn: Die gleiche „Quelle“, der Heilige Geist, möchte auch in mir und mit mir wirken: in meinem Denken und Fühlen, bei meinen Gesprächen und Entscheidungen, er möchte meine Gewohnheiten prägen.
So wie ich mich darauf einlasse, wird auch mein Leben zur Vielfalt der Kirche beitragen.

Ob ich den Erfolg meines geistlichen Lebens sehen werde, wo wie ich ihn erwarte? Wer weiß. Denken wir an Simeon und Hannah im Tempel, die ihr Leben lang auf den Messias gewartet haben und in Jesus als kleinem Kind den Retter Israels erkennen. Ein kleines Kind – der Messias! Es ist noch nichts zu sehen: kein Wunder, keine Heilung, keine Bergpredigt, kein … Beide sind alt, es ist mehr als unwahrscheinlich, dass sie den Zwölfjährigen im Tempel noch erlebt haben, geschweige denn sein öffentliches Auftreten mit Menschenmassen, Predigten und Krankenheiligen oder gar den seinen Tod am Kreuz, den Auferstandenen!
Und doch: Simeon hat sein Lebensziel erreicht, er sagt selbst, dass er nun in Frieden sterben kann, weil er den Messias gesehen hat (vgl. Lk 2,29-30). 
30.01.2012                             Sylvia Schraml
 

 

 

 

 

 

 

                


 

 

 

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